Lesen gefährdet die Dummheit (Teil 2)

Bücher lesenGroucho Marx war davon überzeugt, dass Fernsehen bildet – denn immer wenn der Fernseher an war, ging er in ein anderes Zimmer, um zu lesen. Wir halten es so ähnlich. Nur haben wir konsequenterweise den Fernseher gleich ganz aus allen Räumen verbannt. Stattdessen umgeben wir uns mit jeder Menge Bücher.

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir selbst Autoren sind. Bücher lesen gehört sozusagen zur Stellenbeschreibung eines Buchautors. Mit anderen Worten: Lesen ist Teil unserer Arbeit. Darum haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie wir das Lesen so organisieren, dass es für uns maximal produktiv ist.

Zu hinterfragen, wie ihr eigentlich lest, kann sehr lohnenswert sein. Unser Vorschlag: Nehmt einfach mal als Anregung auf und entscheidet dann, was ihr davon umsetzen wollt.

Im ersten Teil dieses Textes haben wir euch Einblick darin gegeben, wie wir mit Magazin- und Zeitungsartikel, Blogs und Interviews, die wir online lesen, umgehen. Jetzt geht es um die dickeren Dinger: die Bücher. weiterlesen

Lesen gefährdet die Dummheit (Teil 1)

Feedly - Evernote - PocketLesen ist eine der Schlüsselqualifikationen im 21. Jahrhundert. Warum? Weil Ihr mit keiner anderen Kulturtechnik so effektiv Informationen, Wissen und Ideen aufnehmen und verarbeiten könnt, wie mit dem Lesen.

Das ist einfach zu verstehen: Streicht einfach in Gedanken das Lesen aus der Gesellschaft und Ihr landet unweigerlich in einer mittelalterlichen Agrargesellschaft. Technologischer und gesellschaftlicher Fortschritt ohne Informationsproduktion via Schreiben und Informationsverarbeitung via Lesen sind undenkbar.

Aber Lesen und Lesen sind zwei Paar Schuhe! Als wir nach einem sehr geschäftigen Frühjahr gerade auf Sommermodus umgeschaltet haben, was für uns immer gleichbedeutend ist mit: Noch mehr lesen als sonst, ist uns aufgefallen, dass wir heute ganz anders vorgehen als noch vor, sagen wir, 30 Jahren. weiterlesen

36 Punkte, die in keinem Handbuch stehen

Schema F

„Wenn sich das, was du tust, in einem Handbuch detailliert beschreiben lässt, kann es jemand billiger machen“ – hat Seth Godin mal vor einigen Jahren geschrieben.

Und das gilt heute mehr denn je. Wobei es längst nicht mehr um das Outsourcing in Billiglohnländer geht, sondern um die Substitution von Routinejobs durch Maschinen, die das nicht nur billiger, sondern auch fehlerfreier, schneller und besser erledigen. Die dazugehörigen Stichworte lauten: Digitalisierung, Automatisierung und KI.

Schema F ist das Talent der Maschine

Wenn es also darum geht, möglichst schnell, fehlerfrei und effizient Regeln zu befolgen und Standards abzuspulen, sind Maschinen die bessere Wahl. Worauf wir uns konzentrieren sollten, ist die Arbeit, die nicht nach Schema F funktioniert und deshalb auch in keinem Handbuch steht. weiterlesen

Das Beste, das Sie als Führungskraft, Teamleiter, Lehrer, Vater oder Mutter tun können

TalenteDie Fotos waren fantastisch! Der Mann hatte ein iPad aus einer Schublade geholt und uns einige seiner Fotos gezeigt: Ausnahmslos schwarz-weiße Portraitfotos. Der Typ war richtig gut!.

Der Witz an der Geschichte: Wir hätten das nie erfahren, wenn wir nicht zufällig aus dem Hotel in Brüssel schon kurz nach fünf Uhr früh hätten auschecken müssen, um unseren Flug zu bekommen. An der Rezeption fragten wir den Mann vom Nachtdienst, ob er noch ein Erinnerungsfoto von uns machen kann. Das Hotel war wunderschön eingerichtet und wir wollten davon gern ein Bild haben, auf dem wir beide zu sehen sind.

Und dann legte dieser Mann vom Nachtdienst los wie ein Profifotograf: „Stellen Sie sich dahin, kucken Sie weiter nach rechts, hier ist das Licht schön, nein, da haben Sie einen Schatten im Gesicht …“

Wir waren verblüfft vom exzellenten fotografischen Ergebnis und lobten ihn entsprechend. Und dann erzählte er uns, dass das Fotografieren seine große Leidenschaft sei und zeigte uns diese Auswahl seiner Bilder: sensationell.

Wir fragten Ihnen, ob er denn auch Fotos für das Hotel machen würde, bei dem Talent wäre das doch eine super Sache.

„Ach, nein“, sagte er, „die wissen das gar nicht. Für die bin ich halt der Typ vom Nachdienst.“ weiterlesen

Warum Sie wissen sollten, was Ihre Arbeit bewirkt

Das Warum„So läuft das nicht!“, sagt der Theaterregisseur zu uns. Wir hatten ihn engagiert, um uns zu unterstützen, nicht nur gute Vorträge zu halten, sondern sie auch wirksam zu inszenieren.

In der ersten Coaching-Stunde fragt er uns nach unseren Erwartungen. Unsere Antwort: „Wir sind hier, um daran zu arbeiten, noch wirkungsvollere Vorträge zu halten. Also sag uns bitte, was wir tun sollen und wie genau wir das besser umsetzen können. “

Er schaut uns eindringlich an, schüttelt den Kopf, sagt uns, dass es so bei ihm nicht laufe: „Wir müssen gründlicher anfangen!“

Und dann beginnt er zu fragen:

Warum haltet ihr überhaupt diesen Vortrag?“

Warum erzählt ihr diese Geschichte als Intro?“

Warum zeigt ihr dieses Bild?“

Warum wollt ihr …?“

Warum habt ihr …?“

Warum macht ihr …?“ weiterlesen

One-Pager: Kommen Sie zum Punkt wie Ronald Reagan!

One-Pager - BriefingAls wir in den USA studiert haben, gab es die Möglichkeit, neben dem Kerncurriculum auch sogenannte „Electives“ zu belegen. Einer dieser Electives, also Wahlkurse, der unser Interesse geweckt hatte, hieß „Competitive Intelligence“. Das war extrem spannend! Der Lehrbeauftragte war ein interessanter Typ: Ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des CIA, zu dessen Aufgaben während seiner aktiven Zeit auch das Verfassen von Briefings zur aktuellen Lage in Zentralamerika für Präsident Ronald Reagan zählte.

Das heißt: Dieser Mann beherrschte das Verfassen von Briefings wie kein Zweiter! Reagan war nämlich ausgesprochen allergisch gegen Gelaber und machte deshalb strikte Vorgaben: Briefings für ihn durften nicht länger als eine Seite sein. Auch das Format war vorgegeben und bestand aus exakt folgenden vier Elementen:

  • Das Thema: Hierum geht es und deswegen ist es wichtig, dass der Entscheider sich mit dieser Problematik beschäftigt.
  • Die Fakten: Die Zusammenfassung der allerwichtigsten Tatsachen, die der Entscheider zur Problemstellung kennen sollte.
  • Die Lösungsoptionen: Die Varianten, die dem Entscheider zur Lösung der Problematik zur Auswahl stehen.
  • Die Empfehlung: Die Option, die der Entscheider wählen sollte sowie die Gründe für diese Wahl.

Eine extrem gute Struktur, finden wir! – Dieses Format haben wir im  Rahmen des Kurses bis zum Abwinken trainiert. Und es hat uns seither gute Dienste geleistet, um selbst besser zu strukturieren. weiterlesen

Was?! Starkoch verzichtet auf Michelin-Sterne!

Lebenszweck

„Bitte nehmt mir meine drei Sterne weg!“ – mit dieser ungewöhnlichen Bitte wandte sich der französische Spitzenkoch Sébastien Bras an die Macher des Guide Michelin.

Ein Sternekoch, der keine Sterne will …? Wieso das denn? Gibt es denn für ein Restaurant eine großartigere Resonanz als die Auszeichnung durch den Guide Michelin?

Bras versetzte mit seiner Bitte um Nichtbeachtung nicht nur uns in ungläubiges Staunen, sondern auch die komplette Gourmet-Elite inklusive der Guide-Michelin-Redaktion.

Also: Warum? weiterlesen

Warum Cirque du Soleil Beurteilungsgespräche stoppt (und Sie es auch tun sollten)

BeurteilungsgesprächDer Kreis schließt sich. Als Anja noch als Managementberaterin bei Accenture tätig war, musste sie feststellen, dass der Job viele gute Seiten und auch einige ziemlich schlechte hat. Eine dieser Schattenseiten war das jährliche Beurteilungsgespräch – eine unsägliche Standardroutine, die seit Jahrzehnten zum Repertoire des Das-Macht-Man-So-Managements gehört.

Und nun spricht sich ausgerechnet der Chef von Accenture, Pierre Nanterme, in einem Interview mit der Washington Post für die Abschaffung von Beurteilungsgesprächen aus!

Schade, dass er erst jetzt auf diese blendende Idee gekommen ist.

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