Lang lebe das Klopapier!

Digitalisierung

Neulich sah Anja ein brandgefährliches Video, in dem Klopapier die tragende Rolle spielt. Hört sich skurril an, ist aber ganz einfach erzählt: Anja saß im Rahmen einer Branchenveranstaltung beim Mittagessen in kleinerer Runde mit Unternehmensvertretern aus dem Mittelstand zusammen. Das Tischgespräch drehte sich um das Themenbündel Veränderungsgeschwindigkeit, Digitalisierung und Disruption. Es ging ein wenig hitzig hin und her zur Frage, ob denn nun alles, was digitalisiert werden kann, auch digitalisiert werden wird.

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Vier Stufen der Folgsamkeit: Von resigniert-defensiv zu frech-offensiv

Erlaubnis und FolgsamDie Zeche Zollverein in Essen war ein fantastischer Rahmen für unseren Workshop – das Nebeneinander von Alt und Neu macht den Reiz der Location aus. Und genau darum ging es auch in unserer Veranstaltung für die gut 250 Mitarbeiter eines Mittelständlers: Nicht alles über Bord zu werfen – also nur auf das Neue zu fokussieren – sondern Bestehendes und Neues intelligent miteinander zu verbinden.

Die Mitarbeiter bearbeiteten dazu in Teams verschiedene Themengebiete und entwickelten Lösungsansätze für das Unternehmen. Bevor dann die Teams im Plenum ihre Lösungsvorschläge präsentieren sollten, gingen wir von Team zu Team, um zu hören, ob sie bereit waren für die Präsentation der Ergebnisse. Und was wir da hörten, war wirklich interessant. Es gab nämlich ein Muster: Zwei Sorten von Reaktionen. weiterlesen

Warum Kümmerer Verkümmerte produzieren!

Kümmerer und VerkümmerteWir konnten ja gut verstehen, dass die beiden Kinder unserer Bekannten nicht bei uns (aus ihrer Perspektive öden und steinalten) Erwachsenen mit am Tisch sitzen wollten. Wir waren ja auch schließlich von ihren Eltern zum Abendessen eingeladen worden und nicht von ihnen.

Fair!

Nur: Zwar aßen die zwei 17- und 19-jährigen Youngsters nicht mit uns zu Abend, dennoch waren sie ständig anwesend und wollten etwas von ihren Eltern:

„Ich finde den Eierkocher nicht. Das nervt total. Wo soll ich denn noch überall suchen?”

„Wie soll ich denn meine Hausaufgaben ausdrucken? Kannst du mal schauen … der blöde Drucker funktioniert schon wieder nicht.”

„Ich finde meine Hose nicht. Was soll ich jetzt anziehen?”

„Adrienne, die blöde Kuh, hat sich den ganzen Tag nicht bei mir gemeldet, obwohl sie es versprochen hat. Was soll ich machen?“

Was soll ich? Wo soll ich? Wie soll ich? … Du lieber Himmel! Was soll das? weiterlesen

Ohne Dividende läuft nichts

Tätigkeiten ohne Dividende? Weg damit.Da flattert eine Anfrage herein: Kein Vortrag, wir sollen ein Seminar halten. Auf einem Kreuzfahrtschiff. Eine sehr attraktive Anfrage. Was machen wir? Klar, wir sagen: Nein!

Warum? Weil wir schon vor einigen Jahren beschlossen haben, generell keine Seminare mehr zu machen. Das war eine Entscheidung, die uns schon damals nicht leicht gefallen ist. Wir hatten bis dahin Seminare für die renommiertesten Veranstalter gehalten. Und die Seminarorte waren oft auch sehr inspirierend und in tollen Hotels an schönen Orten. Die Seminare waren zudem eine gute Marketingplattform, die uns neue Zielgruppen erschloss.

Dennoch! Trotz all dieser guten Argumente haben wir damals auf unser Bauchgefühl gehört und den Schlussstrich gezogen, um uns auf unsere Publikationen und Vortragstätigkeit zu konzentrieren. Für uns fühlten sich die Seminare einfach nicht richtig an. Und das bedeutet: Wenn heute mal wieder eine Anfrage von einem Seminarveranstalter kommt, bleibt unsere Antwort konsequent: Nein! weiterlesen

Ein Stuhl für den wichtigsten Menschen im Raum

Jeff Bezos - Amazon-GründerWir haben gerade einen Text gekillt. Wir haben ihn gelöscht, obwohl wir bereits mehrere Stunden Arbeit darin investiert hatten. Wir haben ihn nicht überarbeitet oder irgendwie hingedrechselt, was schon gegangen wäre. Nein, wir haben ihn gestrichen.

Warum? Weil wir irgendwann gemerkt haben, dass der Text exakt NULL Relevanz für unsere Leser hat. Und damit ist er wertlos. Er hat keine Daseinsberechtigung. Ja, er war handwerklich gut geschrieben. Aber Hauptsache einen nett aussehenden Beitrag veröffentlichen? Nein! Wir sind uns einig: Das dürfen wir nicht! Also: Papierkorb. Löschen. Weg damit! weiterlesen

Warum Sie wissen sollten, was Ihre Arbeit bewirkt

Das Warum„So läuft das nicht!“, sagt der Theaterregisseur zu uns. Wir hatten ihn engagiert, um uns zu unterstützen, nicht nur gute Vorträge zu halten, sondern sie auch wirksam zu inszenieren.

In der ersten Coaching-Stunde fragt er uns nach unseren Erwartungen. Unsere Antwort: „Wir sind hier, um daran zu arbeiten, noch wirkungsvollere Vorträge zu halten. Also sag uns bitte, was wir tun sollen und wie genau wir das besser umsetzen können. “

Er schaut uns eindringlich an, schüttelt den Kopf, sagt uns, dass es so bei ihm nicht laufe: „Wir müssen gründlicher anfangen!“

Und dann beginnt er zu fragen:

Warum haltet ihr überhaupt diesen Vortrag?“

Warum erzählt ihr diese Geschichte als Intro?“

Warum zeigt ihr dieses Bild?“

Warum wollt ihr …?“

Warum habt ihr …?“

Warum macht ihr …?“ weiterlesen

Radically open-minded

Radically open-minded

Digitalisierung, neue Technologien, disruptive Geschäftsmodelle, veränderte Kundenbedürfnisse. Die Veränderung krabbelt nicht vorwärts, sie springt. 

Jede Veränderung braucht Veränderer. Das klingt eigentlich ganz logisch – allerdings hat die Sache einen gewaltigen Haken: Denn vom Grundprinzip sind Unternehmen mit ihren Strukturen, Zuständigkeiten und Regeln auf die Bewältigung von Routineaufgaben zugeschnitten. Aber Veränderung ist alles andere als eine Routineaufgabe. Sie stört die heilige Ordnung.

Deshalb ist es Führungsaufgabe, die Unternehmenskultur mit Veränderungswillen aufzuheizen. Das ist der Kern einer zukunftsorientierten und innovationsfreundlichen Unternehmenskultur. Und es braucht Bannerträger, die diesen Veränderungsgeist in die Organisation tragen.

Wenn wir von REBELS AT WORK REDEN, sind damit genau solche Menschen gemeint.

Ein Organisationsrebell ist kein Anarchist. Es geht ihm nicht darum, Randale zu machen. Er ist vielmehr ein leidenschaftlicher Kämpfer für ein legitimes Ziel. Organisationsrebellen kämpfen also gleichzeitig für sich selbst und für ihr Unternehmen. Sie bewahren es davor, im Mittelmaß zu versinken und sind so etwas wie die loyale Opposition im Unternehmen. Diese Loyalität gilt erst in zweiter Linie einem bestimmten Chef. In erster Linie gilt sie der Zukunft des Unternehmens.

So unterschiedlich diese Menschen auch sind, es gibt dennoch bemerkenswerte Eigenschaften, die sie alle gemeinsam haben. Sie sind extrem aufgeschlossen. Und dabei veränderungsbereit. Wir finden, dass der englische Begriff „open-minded“ es eigentlich noch besser trifft. Be radically open-minded!

Warum das heute so wichtig ist? Offenheit und Veränderungsbereitschaft sind Grund voraussetzungen, damit digitale Transformation gelingt.

Radically open-minded – Alles andere als engstirnig

Also, wie „open-minded“ seid ihr? – Natürlich glauben die meisten Menschen, dass sie aufgeschlossen sind und veränderungsbereit sind. Aber ist das tatsächlich so? Hier sind ein paar Fingerzeige, die Aufschluss darüber geben, wie es darum tatsächlich bestellt ist:

  • Viele Menschen haben, wenn sie ehrlich sind, ein Problem damit, wenn ihre Meinung hinterfragt wird. Wer mag das schon? Gerade in hierarchischen Strukturen ist das ein echter Karrierekiller. Allerdings ist vielen nicht bewusst, dass das kritische Hinterfragen extrem wichtig ist.
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    Radically open-minded bedeutet:
    Unterschiedliche Meinungen? Kritisches Hinterfragen? Herzlich willkommen! Denn letztendlich erhöht es die Qualität der Entscheidung.
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  • Viele Menschen versuchen, in Diskussionen Feststellungen zu machen und ihre Überzeugungen zu platzieren. Sie stellen eher selten offene Fragen.
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    Radically open-minded bedeutet: Ich bin mir sehr bewusst, dass meine Überzeugung auch falsch sein könnte. Deshalb bin ich auch bereit, meine eigenen Positionen zu hinterfragen. Etwas, was große Bescheidenheit erfordert.
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  • Für viele Menschen ist es wichtig, verstanden zu werden. Für sie steht weniger im Vordergrund, sich darum zu bemühen, die anderen wirklich zu verstehen.
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    Radically open-minded bedeutet: Ich betrachte alles auch durch die Augen von anderen Menschen. Dieser Perspektivenwechsel ist keine Ausnahme, sondern Normalität. Und das hebt wiederum die Qualität meiner Entscheidungen.

Was, wenn du falsch liegst?

Wir finden, dass diese drei Punkte eine sehr aufschlussreiche Dechiffrierung des Begriffs „radically open-minded“ liefern.

Wer dieses Prinzip anwenden will, sollte im ersten Schritt ehrlich Bilanz ziehen, wie aufgeschlossen er in seinen verschiedenen Lebensbereichen ist. Dazu bieten sich die drei vorgenannten Fingerzeige zur Selbstreflexion an.

Der zweite Schritt: Sucht nach Menschen, die ebenfalls „radically open-minded“ sind und umgebt euch gezielt mit ihnen. Je mehr solcher Persönlichkeiten zusammenkommen, desto größer der Einfluss auf die Kultur eines Unternehmens. In einer solchen Kultur wird Widerspruch nicht als Verrat an der gemeinsamen Sache angesehen, sondern als sehr wichtiger Baustein, um zu lernen und Veränderung voranzutreiben.

Natürlich ist das keine Empfehlung, jeglichen Widerspruch blind zu akzeptieren. Das wäre dumm.

Radically open-minded zu sein heißt nicht, naiv zu sein. Im Gegenteil: Es bedeutet, für andere Blickwinkel, Standpunkte und Argumente offen zu sein, aber gleichzeitig auch nachdrücklich zu sein, denn am Ende sollte dann ja – nach allen unterschiedlichen Argumenten, die gegeneinander abgewogen werden – auch eine Entscheidung stehen!

Eine einfache Frage, die aus unserer Sicht eine grandiose Therapieform gegen Engstirnigkeit ist:

Wenn zwei Menschen sich widersprechen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einer von beiden falsch liegt. Was, wenn du es bist?