Bruce Springsteen – oder: Warum Erfolg nicht bedeutet, die Nr. 1 zu sein

Erfolg Bruce Springsteen

Bruce Springsteen – oder: Warum Erfolg nicht bedeutet, die Nr. 1 zu sein

Für die Insider unter euch ist es nichts Neues: Wir sind Bruce Springsteen Fans. – In allen möglichen Facetten haben wir davon ja schon erzählt, ob in unseren Vorträgen, unseren Büchern oder unseren Blogposts. Am liebsten würden wir ihn mal live und in Persona in eine Veranstaltung von uns einbauen … man darf ja noch träumen.

Ein interessanter Fakt über den Mann, der „The Boss“ genannt wird, ist uns neulich begegnet: Er ist eine lebende Rocklegende, er hat Millionen Fans rund um den Globus (wir sind zwei davon), er ist seit über vier Jahrzehnten erfolgreich, er hat einen Oscar und 20 Grammys bekommen, er hat rund 130 Millionen Alben verkauft – aber er hatte dennoch nie auch nur einen einzigen Nummer-eins-Hit in den Charts. Da waren zig Top-Ten-Platzierungen dabei und mit „Dancing in the dark“ auch eine Nummer zwei. Aber niemals eine Nummer eins. Eigentlich unfassbar.

Da mussten wir uns dann doch die Frage stellen: Warum eigentlich sind so viele so geil darauf, die Nummer eins zu sein? Warum glauben so viele, dass irgendwelche Rankings ein sinnvolles Urteil darüber abgeben, ob wir gut, kompetent oder wertvoll sind?

Wir haben es schon häufig gesagt und geschrieben: Es gibt weder eine allgemein gültige Erfolgsformel, noch sollten wir von anderen definieren lassen, was Erfolg für uns selbst bedeutet.

Worum es unserer Überzeugung nach stattdessen geht: Wir sollen als Menschen wachsen, wir sollen uns weiterentwickeln, wir sollen Spuren hinterlassen – in unserem eigenen Leben und im Leben von anderen. Und dazu hätten wir gemeinsam mit dem Boss folgende Vorschläge:

Erfolg ist, dir dein ganz persönliches Spielfeld zu schaffen

In seiner Autobiografie „Born to Run“ schreibt Bruce Springsteen, dass ihm klar war, dass seine Stimme nicht besonders gut war und dass er damit keine Preise gewinnen würde. Er konnte Gitarre spielen, aber die Welt ist voller guter Gitarrenspieler, einige davon sogar weitaus besser als er. Also? Was hat er gemacht? Er hat sich auf das fokussiert, was ihn einzigartig macht: Seine Fähigkeit, gute und inhaltsstarke Songs zu schreiben.

Songs, die die Kluft zwischen dem American Dream und der Realität des durchschnittlichen Amerikaners beschreiben. Songs, die es den Zuhörern erlauben, sich selbst und ihre Lebenssituation wiederzufinden. Das war es, was er kann wie kein zweiter. Und das alleine hat ihn zum Boss gemacht.

Darum: Finde und lebe das, was dich einzigartig macht! Das Spielfeld, auf dem du deine Stärken ausspielen kannst.

Das ist einfacher gesagt als getan, weil du damit den Weg des Mainstreams verlässt und eben nicht das machst, was alle so machen. Das macht Angst, es ist unbequem und lässt dich manchmal zweifeln. Aber es lohnt sich. Umarme und lebe das, was dich einzigartig macht, auch wenn das Schwimmen mit dem Strom weitaus einfacher ist!

Erfolg ist, im Leben anderer Menschen einen Unterschied zu machen

Bruce Springsteen formulierte es in einem Fernsehauftritt in der amerikanischen Talksendung von David Letterman mal so:

„I’m pretty good in finding stuff that is meaningful for my fans.“

Besser kann man es nicht ausdrücken! Persönlicher Erfolg ist sinnvolles Wirken. Persönlicher Erfolg, so wie wir ihn verstehen, drückt sich darin aus, was wir in unserem eigenen Leben UND im Leben der anderen Menschen bewirken.

Erfolg ist, dich nicht im Strom der Konformität treiben zu lassen

„Is there anybody alive out there?“ ist eine Liedzeile in “Radio Nowhere” von Bruce Springsteen. Während seiner Tournee ruft er, bevor er diesen Song spielt, immer in die Menge „Is there anybody alive out there?“. Und das Stadion tobt …

Dahinter steckt eine interessante Frage: Bist du wirklich da? Wirklich präsent? Und nein, es geht gar nicht darum, gleich die ganze Welt zu verändern, es sind oft nur Kleinigkeiten: Zum Beispiel sich im Meeting zu trauen, nein zu sagen, weil du den Beschluss für falsch hältst. Für eine Idee zu kämpfen. Zu fragen: Warum machen wir das eigentlich so? In einer Frage Position für den Kunden zu beziehen und nicht für den Chef. Für ein Ideal einzustehen, exzellente Qualität einzufordern, mutig zu sein, sich etwas zu trauen. Das ist nicht immer einfach. Mach es trotzdem!

Erfolg ist, dich und dein Engagement mit aller Energie zu zeigen

Wer jemals ein Konzert von Bruce Springsteen erlebt hat, weiß, wovon hier die Rede ist: diese gebündelte emotionale Kraft, die mitreißende Energie, gepaart mit einem fulminanten Arbeitsethos (selten unter drei Stunden gerockt, keine Pausen, keine Vorbands, Zugaben ohne Ende).

Aber nicht nur das. Springsteen ist nicht nur ein energiegeladener Künstler, er ist auch ausgesprochen engagiert, wenn es um soziale Fragen oder Bürgerrechte geht. Er spielte unzählige Benefizkonzerte, egal ob es um Armut, Menschenrechte, soziale Probleme oder Umweltschutz geht, hat sich für die LGBT-Bewegung eingesetzt. Er bezieht Stellung gegen die Politik von Donald Trump. Aber das ist eben seine Position und er hält nicht damit hinterm Berg, nur weil er damit viele amerikanische Fans vergrault, die politisch woanders stehen.

Sein Beispiel ist extrem inspirierend und macht Mut, für etwas einzustehen. Sich zu engagieren für eine Sache, die dir wirklich am Herzen liegt und nicht, weil es gerade opportun ist, es zu tun.

Erfolg ist, dich nicht zu verstellen

Bruce Springsteen gehört zu den Superstars, die auch zu den Rückschlägen in ihrem Leben stehen. In seiner Autobiografie schreibt er über seinen Kampf mit Depressionen zwischen seinem 60. und 64. Lebensjahr, die er als eine düstere Phase beschreibt, die sich immer wiederkehrend wie ein Schleier über sein Leben gelegt hat. Auch in einem Interview mit der BBC deutete er an, dass sich seine Depressionen immer wieder bemerkbar machen.

Sich verletzlich zu zeigen ist allerdings keineswegs Schwäche, sondern Stärke. Brené Brown, Professorin an der Universität in Houston und eine der führenden Experten zum Thema Verletzlichkeit, sagt dazu: „Verletzlichkeit ist die Geburtsstätte von Liebe, Zugehörigkeit, Freude, Mut, Empathie und Kreativität.“ – Darum: Trau dich, mehr von dir zu zeigen als nur deine Schokoladenseiten!

Wenn wir all das zusammennehmen: Wie wäre es, wenn wir uns zukünftig mehr vom Boss leiten lassen würden, statt auf Listen oder Rankings zu schielen, die uns vermeintlich sagen, wie gut, kompetent oder wertvoll wir sind?

“The future is now. Roll up your sleeves and let your passion flow.“

 


Vergeude keine Krise!PS: Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, wird dir auch unser neues Buch VERGEUDE KEINE KRISE! gefallen. Es kommt mit 28 rebellischen Ideen für Führung, Selbstmanagement und die Zukunft der Arbeit.

Dein gewünschtes Format – Taschenbuch oder Kindle-E-Book – kannst du bei Amazon bestellen.

Alle Blogbeiträge »

Werde Teil der Community mit >100.000 Menschen:
Newsletter / Twitter / Facebook / Instagram / YouTube / Linkedin Anja / Linkedin Peter / Xing Anja / Xing Peter