Die Kunden-Untreue-Karte: Lass deine Kunden frei!

Disloyalty Card

Die Kunden-Untreue-Karte: Lass deine Kunden frei!

Bei jeder Autowäsche einmal abstempeln lassen, und das zehnte Mal ist kostenlos. Kunden-Treue-Karten gibt es an Tankstellen, beim Friseur, im Kino, sogar im Coffeeshop. Zum Beispiel in dem von Gwilym Davies. Mit einem kleinen Unterschied: Der Sieger der World Barista Championships macht es einen Tick anders als die anderen. Einen Tick mit dramatischer Bedeutung! Seine Aufforderung:

Trinke acht Tassen Kaffee bei acht meiner Wettbewerber, hole dir überall einen Stempel – dann bekommst du einen Gratis-Kaffee bei mir.

Wie bitte?
Davies schickt seine Kunden zum Wettbewerb und belohnt sie auch noch dafür?

Genau, und das ist clever: Davies verteilt eine Disloyalty Card. Seine Kunden sollen entdecken, dass andere Kaffeebars ebenfalls gute Angebote haben. Sie sollen darauf achten, was sie da konsumieren. Ihre Sinne schärfen. Und entdecken, was guter Kaffeegeschmack ist. Und sich am Ende sicher sein, wo es den besten Kaffee gibt – Bei Gwilym Davies natürlich!

Ist das pfiffig? Auf jeden Fall!
Ist das selbstbewusst? Aber ja!

Disloyalty Card – Der Kunde entscheidet

Und es ist eine starke Botschaft: „Ich will dir nicht ein Produkt verkaufen, nur weil es meines ist! Ich will, dass du testest. Ich glaube, das Beste findest du bei mir. Aber du entscheidest!“

Mit einer solchen Aktion bringt man sich ins Gespräch. Nicht nur bei den Kunden, auch in der Presse – und wie man sieht auch in Newslettern. Drei Aspekte haben uns an dieser Idee fasziniert:

Erstens die Haltung zum Kunden

Davies hat verstanden: Kunden sind nicht dumm. Sie werden die Produkte der Wettbewerber ohnehin testen. Warum also sie nicht dabei unterstützen? Und gleichzeitig ganz selbstbewusst bleiben – aus Überzeugung, die eigenen Produkte halten jedem Vergleich stand.

Zweitens die Premium-Kunden-Strategie

Davies tritt mit dem Anspruch an: Meins ist das Beste! Deshalb verdiene ich die besten Kunden. Also nicht die, die zufällig bei mir reinschneien, sondern die, die sich wegen der Qualität meines Kaffees entschieden haben, meine Kunden zu sein.

Drittens – und das ist der revolutionäre Kern – die Haltung zum Wettbewerb

Die Disloyalty Card macht deutlich: Echte Kundenbindung gibt es nicht. Denn „binden“ bedeutet „fesseln“. Anstatt absichtlich für Intransparenz zu sorgen, um sein Angebot dem direkten Vergleich zu entziehen und so die Kunden zu „binden“ – so wie es Myriaden von Marketingberatern empfehlen –, sorgt Davies selbst für unmittelbare Vergleichbarkeit. Und entfesselt damit den Wettbewerb. Damit gibt er seinen Wettbewerbern eine faire Chance.

Denn die Kunden sind frei.

Und nur wenn Sie Ihren Kunden die Freiheit lassen, bleiben sie bei Ihnen.
Freiwillig.

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