Lesen gefährdet die Dummheit (Teil 2)

Bücher lesen

Lesen gefährdet die Dummheit (Teil 2)

Groucho Marx war davon überzeugt, dass Fernsehen bildet – denn immer wenn der Fernseher an war, ging er in ein anderes Zimmer, um zu lesen. Wir halten es so ähnlich. Nur haben wir konsequenterweise den Fernseher gleich ganz aus allen Räumen verbannt. Stattdessen umgeben wir uns mit jeder Menge Bücher.

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir selbst Autoren sind. Bücher lesen gehört sozusagen zur Stellenbeschreibung eines Buchautors. Mit anderen Worten: Lesen ist Teil unserer Arbeit. Darum haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie wir das Lesen so organisieren, dass es für uns maximal produktiv ist.

Zu hinterfragen, wie ihr eigentlich lest, kann sehr lohnenswert sein. Unser Vorschlag: Nehmt einfach mal als Anregung auf und entscheidet dann, was ihr davon umsetzen wollt.

Im ersten Teil dieses Textes haben wir euch Einblick darin gegeben, wie wir mit Magazin- und Zeitungsartikel, Blogs und Interviews, die wir online lesen, umgehen. Jetzt geht es um die dickeren Dinger: die Bücher.

1. Die 99 besten Wirtschaftsbücher

Bei mehreren tausend Wirtschaftsbüchern, die jedes Jahr erscheinen, ist es eine echte Herausforderung, wirklich gute und relevante Bücher für sich herauszufischen. Da wir als Autoren mit den führenden Verlagen in Kontakt sind, haben wir ein recht gutes Bild über alle relevanten Neuerscheinungen.

„Könnt ihr uns ein Buch empfehlen?” Nachdem wir das wohl tausendmal gefragt worden sind, haben wir angefangen uns diese Frage bei jedem Buch, das uns in die Finger kommt, gleich selbst zu stellen: Können wir dieses Buch empfehlen? Wenn ja, warum?

Das Ergebnis ist eine Liste von Buchempfehlungen, die wir auf eine Website gestellt haben. Diese Seite heißt 99 beste Wirtschaftsbücher und ist unsere persönliche Auswahl interessanter Sachbücher, die wir fortlaufend aktualisieren.

Ansonsten empfehlen wir, immer mal wieder einen Blick auf die Websites oder in die Programmhefte der Wirtschaftsverlage zu werfen sowie auf die Bestsellerlisten von Spiegel, Handelsblatt und ManagerMagazin.

2. Wir verwenden die Amazon-Wunschlisten

Wenn wir von einem Buch hören, das interessant erscheint, schauen wir bei Amazon nach: Was schreibt der Verlag, was schreiben Rezensenten und was für einen Eindruck hinterlässt der „Blick ins Buch“? Wenn uns gefällt, was wir dort sehen, klicken wir „Auf die Liste“ und speichern es in einer unserer Listen. Wir haben bei Amazon drei Listen: Eine private: das sind meistens keine Sachbücher, sondern Belletristik- oder Reisebücher. Die zweite Liste ist wirtschafts- und gesellschaftsorientiert: Das sind alle Management- und Wirtschaftsbücher, die uns interessieren. Und dann gibt es noch eine dritte Liste: Rezensionsexemplare, also Bücher, die wir so interessant finden, dass wir sie auf 99 beste Wirtschaftsbücher vorstellen.

Auf der Wunschliste gibt es auch die Möglichkeit, einen Kommentar zum Buch zu hinterlassen. Das nutzen wir, um uns daran zu erinnern, weshalb dieses Buch auf der Liste gelandet ist. Da steht dann beispielsweise „Empfehlung von xy“ oder „Das Vorgängerbuch der Autorin war super“. Diese Listen kann man öffentlich machen. Unsere sind privat.

Die Wunschlisten von Amazon zu verwenden, bedeutet nicht, dass wir alle Bücher auch bei Amazon kaufen. Ganz im Gegenteil: da wir Buchhandlungen aller Couleur lieben, kaufen wir unsere Bücher zum großen Teil im stationären Buchhandel.

3. Wir lesen überall

Egal, wo wir hingehen, wir haben immer ein Buch dabei – ob als Printausgabe oder in elektronischer Form. Das ist unser Tipp: Wenn ihr ein bisschen (Warte-)Zeit habt, dann nutzt sie zum Lesen. Die Zeit, bis der Zug kommt, bis das Meeting beginnt, bis der Gesprächspartner erscheint oder bis die Pause vorbei ist. Lesesäle erster Klasse sind für uns die Bahn und das Flugzeug. So lässt sich die Reisezeit wirklich gut nutzen. Und Bordmagazine sind eine Lektüre, die wir ehrlich gesagt nicht so sehr nahrhaft finden.

4. Wir setzen uns Ziele

Sich ein regelmäßiges Leseziel zu setzen, ist ein guter Trick, der dabei hilft, dicke Bücher in kleinere Teile aufzusplitten. Ein Buch mit 400 oder mehr Seiten kann einschüchtern. Deshalb unsere Empfehlung: Setzt euch ein Leseziel pro Tag – beispielsweise 20 Seiten pro Tag. Oder täglich eine halbe Stunde. In der Bahn. Auf dem Weg zur Arbeit. In der Mittagspause. Auf dem Nachhauseweg. Vor dem Einschlafen. Wann immer es am besten passt.

5. Wir lesen nur, worauf wir Lust haben

Es ist selten eine gute Idee, ein Buch aufzuschlagen, weil „man“ das gelesen haben muss. Oder weil es angesagt ist, diesen Autor auf seinem Schreib- oder Nachttisch liegen zu haben. Unsere Empfehlung: Investiert keine quälende Lesearbeit in ein Buch, dessen Lektüre euch nicht die Bohne interessiert.

6. Wir machen Schluss

Früher waren wir stolz, dass wir jedes Buch zu Ende gelesen haben, das wir gekauft haben. Heute halten wir das für eine schlechte Strategie. Das Leben ist zu kurz, um es in Bücher zu investieren, denen es nicht gelingt, die Aufmerksamkeit des Lesers zu halten. Es gibt so viele wirklich gute Bücher, die nur darauf warten, gelesen zu werden. Wenn es einem Buch nicht gelingt, uns im ersten Drittel zu überzeugen, legen wir es weg. Adios und Tschüss.

Lesen ist für uns eigentlich nur ein Vehikel. In Wahrheit geht es dabei um Lernen. Und Lernen, das ist der Sauerstoff für das produktive Leben im 21. Jahrhundert. Die Bedingungen rund um die Arbeit ändern sich derzeit so schnell und so gründlich, dass diejenigen, die nicht extrem lernbereit und lernfähig sind, ein dickes Problem haben.

Darum sind die Fragen „Wie lese ich eigentlich?“ und „Wie könnte ich Lesen für mich noch besser organisieren?“ sehr wichtige Fragen.

PS: Hier geht’s zu Teil 1 und all die Magazin- und Zeitungsartikel, Blogs und Interviews, die wir online lesen.



Cookies

Diese Website setzt Cookies ein, um das Angebot nutzerfreundlich und funktionaler zu gestalten. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. »Mehr Infos