Der Schlüssel zu geistiger Höchstleistung

Multitasking - Der Schluessel zu geistiger Hoechstleistung

Der Schlüssel zu geistiger Höchstleistung

Probier das doch einfach mal aus: Lese diesen Text, singe gleichzeitig deinen Lieblings-Song und schreibe dabei auf, was du heute Abend noch einkaufen willst.

Jede Aufgabe für sich ist ein Klacks. Das Problem macht das Wörtchen „gleichzeitig“. Es macht die einfachsten Aufgaben schwierig und gleichzeitig werden Qualität und Geschwindigkeit im Ergebnis stark absinken.

Constant Multitasking Craziness

Soweit so gut, du weißt schon: Das menschliche Gehirn, zumindest der rational-bewusste Teil davon, ist für Multitasking nicht gebaut. Das ist bekannt. Aber dennoch versuchen die meisten Menschen heutzutage alles mögliche gleichzeitig: Auf dem Gang zum Meeting noch schnell einen Latte to go trinken, während man mit dem Handy am Ohr mit dem Kunden spricht und dem Kollegen, der auf einen einredet, versucht zuzuhören und ihm zustimmend zunickt, sowie dem Chef zuwinkt, der gerade den Flur entlang kommt. – Constant Multitasking Craziness heißt das in den USA.

Wenn du solche Phasen mal ganz bewusst in den Tag einbaust, kannst du sehr schön beobachten, wie unterirdisch schlecht du jede einzelne Aufgabe ausführst. Was du dabei bedenken solltest: Je öfter du dich von immer neuen Impulsen ablenken lässt, je dauerhafter du die Gleichzeitigkeit von geistigen Tätigkeiten zu stemmen versuchst, desto langsamer und ineffektiver wird dein Geist insgesamt. Und zwar auf Dauer!

Das Affenhirn und die zwei Sorten der Ablenkungen

Dein Gehirn gewöhnt sich daran, nach immer neuen Informationen zu lechzen. Und dabei nimmt deine Fähigkeit, sich auf langfristige Projekte oder tiefer gehende Gedanken zu konzentrieren und komplexe Zusammenhänge zu verstehen, immer weiter ab. Für diesen Zustand gibt es in der buddhistischen Meditation einen Begriff: Affenhirn. Die Gedanken flitzen im Kopf herum wie die Affen im Baum, die sich von Ast zu Ast schwingen.

Ablenkungen und Unterbrechungen sind also äußerst schlecht…

Moment! Halt! Das ist nicht richtig.

Es gibt nämlich zwei Sorten Ablenkungen und Unterbrechungen.

1. Die negativen, die zum Multitasking-Wahn führen. Und:

2. Die positiven, die sogar helfen, besser und leistungsfähiger zu werden. Damit meinen wir den kurzen Spaziergang zwischendurch an der frischen Luft. Die zwei Minuten mit dem Kollegen an der Kaffeemaschine quatschen. Das Lachen über einen Gag, Musikhören zwischendurch, einen Smalltalk einbauen. Diese Unterbrechungen können zu dramatisch besseren Ideen und Arbeitsergebnissen führen, als acht Stunden an einem Fleck zu sitzen und über einer Aufgabe zu brüten.

Wir sollten uns darüber klar werden, dass es diese zwei Sorten von Ablenkungen gibt – und bewusst die positiven Ablenkungen in den Arbeitsalltag einbauen und die negativen Ablenkungen, die sich im Multitasking-Wahn manifestieren, reduzieren.

Negative Ablenkungen reduzieren. Positive Ablenkungen fördern.

Das bedeutet für Führungskräfte ein Umdenken: Deine Aufgabe ist es nicht, Mitarbeiter permanent auf die Arbeit zu fokussieren und alle Ablenkungen auszuschalten. Das führt nämlich nur dazu, dass alle ein angestrengtes Gesicht machen und Beschäftigung simulieren. Nein, deine Aufgabe ist es, negative Ablenkungen zu reduzieren und positive Ablenkungen ausdrücklich zu fördern – und dann den Mitarbeitern einen Rahmen zu geben, in dem sie sich locker machen und vorbereiten können, um dann Höchstleistung zu erbringen.

Denkpause!

Einen sehr spannenden Ansatz finden wir in diesem Zusammenhang eine bislang versuchsweise Regelung beim Halbleiterhersteller Intel. Dort wird pro Woche eine vierstündige “Denkpause” gewährt. Während dieser Zeit werden von dem Mitarbeiter keine E-Mails beantwortet, keine Telefonate geführt und keine Meetings besucht. Also Zeit, an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten.

Peter Drucker hätte diese Idee gefallen. In seinem Buch „The Effective Executive“ schreibt er: „Zusammengefasst zu einem einzigen Zeitblock reicht selbst ein Viertel des Arbeitstags in der Regel aus, um die wichtigen Dinge zu erledigen. Dagegen sind drei Viertel des Arbeitstags völlig nutzlos, wenn sie nur als fünfzehn Minuten hier oder eine halbe Stunde da zur Verfügung stehen.“

So ist es, Amen!

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