Nicht reden, sondern handeln! – Wirklich?

Nicht reden, sondern handeln!

Nicht reden, sondern handeln! – Wirklich?

Du kennst diese Sprüche:
___„Nicht reden, sondern handeln!“
___„Handle und überlasse anderen das Reden“
___„Weniger Worte, mehr Taten“
___„Erfolg hat drei Buchstaben: T. U. N.“
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Die Überzeugung, dass Handeln immer und ausnahmslos besser sei als Reden, ist weit verbreitet.

Egal ob im privaten oder beruflichen Kontext: Kaum ein Selbsthilfe- oder Business-Buch kommt ohne solche Appelle aus, ebenso dürfen sie in keinem Verkaufs- oder Motivationstraining fehlen. Google spuckt bei „nicht reden, sondern handeln“ 19 Mio. Ergebnisse aus und hunderttausende von Motivationsposts bei Instagram & Co wollen uns klarmachen, dass das Reden im Vergleich zum Handeln wertlos sei.

Und irgendwie fühlt sich das ja auch gut und richtig an – die Frage ist bloß: Ist es das wirklich?

Immerhin sagt die Bibel: „Im Anfang war das Wort“. Und wenn wir uns das mal genauer anschauen, sieht es deutlich differenzierter aus.

Um das zu analysieren, eignet sich das Schweizer Taschenmesser unter den Analysetools ganz hervorragend: die Matrix!

Reden-Handeln-Matrix

Reden oder Handeln?

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Wenig reden & wenig handeln = APATHIE

Dass Menschen, die nichts sagen und nichts machen, wenig bewegen, liegt auf der Hand. Sie sind möglicherweise von einem gemütlichen Leben in der Komfortzone nach und nach in die Apathie abgedriftet. In diesem Dämmerzustand herrscht Gleichgültigkeit, oft Hand in Hand mit einer Opferhaltung. Begraben unter dem Geröll der Umstände hat sich die Überzeugung verfestigt, dass es „eh nichts bringt” und sich da “nichts machen lässt”.

Apathie macht blind und taub, Veränderungen und die damit verbundenen Chancen und Risiken werden gar nicht mehr registriert. Die Chancen ergreifen dann andere und die Risiken können früher oder später die eigene Existenz gefährden.

Macht sich eine solche Haltung in einer Organisation breit, ist das der Turbo für den Niedergang. Die eigene Apathie wird zurechtvernüftelt. „Der schwierige Markt mit seinen neuen Spielregeln“, „die Politik, die sich nicht kümmert“, „die bösen Wettbewerber, die sich nicht an die alten Spielregeln halten“ (passendes bitte auswählen). Schuld sind immer die anderen.
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Viel reden & wenig handeln = STILLSTAND

Dauerreden als Verschleppungstaktik. „Filibuster“ heißt das in den USA gängige System, durch Dauerreden eine Beschlussfassung durch die Mehrheit zu verhindern oder zu verzögern. Das ist möglich, weil der US-Senat keine festen Redezeiten vorsieht. Der Filibuster wird deshalb gern von der Opposition genutzt, um Regierungsprojekte zu boykottieren. Das ist beileibe keine neue Erfindung: Schon im alten Rom kannte man das Mittel der sogenannten Ermüdungsrede.

Aber auch jenseits der politischen Arena gibt es dieses Phänomen: Es wird viel geredet, man schmiedet Pläne, kündigt Handlungen an – aber bleibt immer kurz vor der Umsetzung. Wenn sich die Gelegenheit eröffnet, zur Tat zu schreiten und zu handeln, sind diese Menschen plötzlich wie vom Erdboden verschwunden.

In einem solchen Umfeld wird der Status quo zementiert. Schnell kapieren alle, dass vor allem das Reden und Präsentieren von vielen bunten Powerpointfolien und das Schmieden von Plänen ein vollkommen akzeptables Verhalten ist. Das Ergebnis ist eine geschwätzige Kultur der Absichtserklärungen, die den Stillstand kaschiert, ja ermöglicht.
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Wenig reden & viel handeln = TRIPPELSCHRITTE

„Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen.“ – Dieses Zitat aus Afrika beschreibt diesen Quadranten: Alleine und ohne viel zu reden, kann man schnell sein. Nur kommt man nicht sehr weit, das Ergebnis wird oft unter den Möglichkeiten bleiben.

Wenn es wahr ist, dass gute Entscheidungen und gute Lösungen das Ergebnis unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen sind, dann führt diese Strategie zwar zu dem Gefühl, dass sich was bewegt, aber tatsächlich wird viel Potenzial verschenkt.

Klar gibt es Aufgaben, bei denen es vor allem auf die schnelle Umsetzung ankommt. Und zwar ohne viel Gerede und Diskussionen. Wenn wir aber über größere Projekte, größere Herausforderungen, größere Veränderungen sprechen, dann brauchen wir Zusammenarbeit. Und Zusammenarbeit setzt voraus, miteinander zu sprechen, sich auszutauschen und auch durchaus kontrovers zu diskutieren.
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Viel reden & viel handeln = FORTSCHRITT

Dieser vierte Quadrant ist derjenige, in dem sich wirklich viel bewegt. Hier ist der Bereich, in dem tatsächlich grundlegende Veränderungen möglich sind, hier findet Fortschritt statt. Es ist die gelungene Kombination aus Reden und Handeln, die Wirkung entfaltet.

Viel miteinander zu reden ist ein wichtiger kollaborativer Ansatz. Er beinhaltet aber auch, einander zuzuhören, um zu verstehen und daran zu arbeiten, eine gemeinsame Basis und eine gemeinsame Richtung zu finden. Verschiedene Meinungen, Perspektiven und Erfahrungen zu nutzen.

Viel Handeln bedeutet dann, die besten Ideen und Wege zur Lösung eines Problems herauszufiltern und sie in einem klaren Aktionsplan umzusetzen. Es gibt immer Zeit, um alleine zu arbeiten, aber auch immer Zeit, um zusammenzuarbeiten und zusammen die besten Ergebnisse für alle zu erzielen.
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Die „Macher“ machen oft gar nicht den Unterschied

Das eigentliche Projekt allen Fortschritts heißt: Reden und Handeln. Beides geht Hand in Hand – anstatt also „Nicht reden, sondern handeln“ zu fordern, sollten wir uns darum bemühen, ein konstruktives Gleichgewicht zwischen Handeln und Reden herzustellen:

___Wird zu wenig kommuniziert: Fordert mehr Reden!
___Wird zu wenig umgesetzt: Fordert mehr Handeln!

Am Ende zählt nämlich nur das Ergebnis.

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