Der Pratfall Effekt: Dumm gelaufen? So profitierst du davon!

Der Pratfall Effekt: Dumm gelaufen? So profitierst du davon!

Der Pratfall Effekt: Dumm gelaufen? So profitierst du davon!

Ein „Tipp” an alle Frauen, die eine Gehaltserhöhung wollen, sich aber nicht trauen, danach zu fragen:

„Hab Geduld und vertraue einfach darauf, dass das System dir im Laufe der Zeit schon die richtige Gehaltserhöhung geben wird.“

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Einfach nur komplett daneben?
Sexismus pur?
In der heutigen Zeit vollkommen fehl am Platz?

Autsch!

Genau diesen Ratschlag gab Microsoft CEO Satya Nadella auf einer Konferenz für Frauen in der Tech-Branche, als ihm die Frage gestellt wurde, welchen Rat er für Frauen habe, die sich nicht trauen, eine Gehaltserhöhung zu verlangen. Nadellas Empfehlung war, dass das System schon die richtige Erhöhung geben würde und Frauen, die nicht nach mehr Geld fragen, von gutem Karma profitieren würden. Puuuh! Da bleibt einem fast schon die Luft weg beim Lesen.

Wenig überraschend, dass Nadella sofort massiver Gegenwind entgegenschlug. Nicht nur auf der Konferenz sorgte sein Kommentar für ungläubiges Kopfschütteln – auch in der Netzgemeinde war es ein Mega-Aufreger, der einen ausgewachsenen Shitstorm auslöste.

Der Microsoft-Chef wurde verspottet. Ihm wurde vorgeworfen, dass er überhaupt keine Ahnung habe, wie groß das geschlechtsspezifische Lohngefälle tatsächlich sei.

Die Weichenstellung

Wie reagierte Nadella?

Abwarten und darauf hoffen, dass sich die Wogen wieder glätten?

Die Aussage als unglücklichen Versprecher darstellen?

Auf beleidigte Leberwurst machen, die sich in ihrer Äußerung missverstanden fühlt?

Nadella machte nichts dergleichen. Stattdessen schickte er allen Mitarbeitenden eine E-Mail, in der er zugab, komplett falsch auf die Frage reagiert zu haben. Und er ging noch weiter: Er begann, seine eigenen Vorurteile zu untersuchen und bat sein Führungsteam, dasselbe zu tun.

Kathleen Hogan, die HR-Chefin von Microsoft, erinnert sich, dass sie sich nach Nadellas Eingeständnis, einen Fehler gemacht zu haben, mehr für ihren Chef eingesetzt habe und nicht weniger.

Ein solches Eingeständnis war sicherlich nicht einfach für den Microsoft CEO, aber eine heilsame Lehre für ihn und eine Weichenstellung für die gesamte Organisation, die von Nadella eingeladen wurde, sich zu hinterfragen, zu lernen und klüger zu werden.

Zugänglicher, sympathischer und menschlicher

Wir besitzen zwar keine Microsoft Produkte (genau, happy Apple-User) und kennen Satya Nadella nicht persönlich, aber dieses Beispiel hat uns einiges klargemacht:

Irrtümer einzugestehen, lässt dich nicht weniger kompetent erscheinen.

Ganz im Gegenteil: Einen Irrtum einzugestehen, zeugt von Kompetenz, Aufrichtigkeit und der Bereitschaft zu lernen. Und noch etwas: es lässt dich zugänglicher, sympathischer und menschlicher erscheinen.

Letzteres ist ein interessanter Nebeneffekt: auch wenn wir sehr kompetente und erfolgreiche Menschen respektieren, mögen wir sie nicht unbedingt. Ein hohes Maß an Kompetenz kann Menschen auch als ‘zu gut’ erscheinen lassen, als unnahbar und distanziert.

Wenn aber diese Person offen mit den eigenen Irrtümern umgeht und dazu steht, stärkt das die Sympathie und das Vertrauen.
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Achtung: Pratfall-Effekt

Allerdings gibt es einen wichtigen Zusatz, der in der Psychologie als Pratfall-Effekt bezeichnet wird:

Das Eingeständnis eines Irrtums lässt kompetente Menschen sympathisch erscheinen.

Das Eingeständnis eines Irrtums lässt durchschnittlich oder unterdurchschnittlich kompetente Menschen allerdings weniger sympathisch erscheinen.

Oder einfach ausgedrückt: Wenn du im Allgemeinen sehr kompetent bist und eines Tages einen Irrtum zugibst, lässt es dich menschlicher erscheinen.

Wenn du allerdings eher mittelmäßig unterwegs bist und Irrtümer regelmäßig auf deiner Agenda zu finden sind, solltest du eher daran arbeiten, dass genau das sich ändert. Also weniger Mittelmaß und deutlich weniger Irrtümer – anstatt darauf zu vertrauen, dass der offene Umgang mit deinen Patzern dir schon Sympathiepunkte bei deinen Mitmenschen geben wird.

Zusammengefasst: über eigene Irrtümer zu sprechen, ist nicht ein geschicktes Kommunikationswerkzeug, um Sympathiepunkte einzuheimsen. Es ist vielmehr ein Weg, selbst daran zu lernen und zu wachsen.

Die Sache mit dem Gehalt

Ach ja: und was solltest du tun, wenn du eine Gehaltserhöhung möchtest, dich aber nicht traust, danach zu fragen? In seiner Mail an alle Microsoft Mitarbeitenden schreibt Nadella:

„… wenn du glaubst, dass du eine Gehaltserhöhung verdienst, solltest du einfach darum bitten…“

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Na also. Geht doch!

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