Warum Sie wissen sollten, was Ihre Arbeit bewirkt

Das Warum„So läuft das nicht!“, sagt der Theaterregisseur zu uns. Wir hatten ihn engagiert, um uns zu unterstützen, nicht nur gute Vorträge zu halten, sondern sie auch wirksam zu inszenieren.

In der ersten Coaching-Stunde fragt er uns nach unseren Erwartungen. Unsere Antwort: „Wir sind hier, um daran zu arbeiten, noch wirkungsvollere Vorträge zu halten. Also sag uns bitte, was wir tun sollen und wie genau wir das besser umsetzen können. “

Er schaut uns eindringlich an, schüttelt den Kopf, sagt uns, dass es so bei ihm nicht laufe: „Wir müssen gründlicher anfangen!“

Und dann beginnt er zu fragen:

Warum haltet ihr überhaupt diesen Vortrag?“

Warum erzählt ihr diese Geschichte als Intro?“

Warum zeigt ihr dieses Bild?“

Warum wollt ihr …?“

Warum habt ihr …?“

Warum macht ihr …?“

Fangen Sie einfach am Anfang an – das Warum!

Anstatt also mit dem WAS oder mit dem WIE zu beginnen, wie es wohl die meisten tun würden, begann er mit dem WARUM. Und das ist nicht nur richtig, sondern goldrichtig, es entspricht genau dem Golden Circle des britisch-amerikanischen Bestsellerautors Simon Sinek. Er wurde mit seinem Buch „Frag immer erst: warum“ und seinem eingängigen TED-Talk zum gleichen Thema weltbekannt.

Die Grundidee: Bei jedem Projekt, jedem Vorhaben, jeder Botschaft beginnen Sie mit der Frage nach dem WARUM! Warum tun Sie überhaupt, was Sie tun? Welcher tiefere Sinn oder welche Absicht stehen dahinter? Welchem Zweck dient das Ganze? Was wollen Sie damit bewirken?

Erst wenn das beantwortet ist, folgt das Nachdenken über das WIE: Welche Zutaten sind nötig, um den Plan mit Leben zu füllen? Wie soll es genau funktionieren? Wie soll es aussehen?

Und dann erst das WAS: Was konkret sollte getan werden? Was genau ist gemeint?

Wenn Köche Gästen beim Essen zusehen

Dieses prinzipielle Vorgehen ist nicht einfach nur eine Laune von Sinek, sondern ist wissenschaftlich fundiert. Eine Studie der Harvard-Wissenschaftler Ryan W. Buell und Tami Kim sowie Chia-Jung Tsay vom University College London bestätigt, dass die Beantwortung der Frage nach dem Warum signifikante Auswirkungen auf die eigene Motivation, das Engagement und die Qualität des Arbeitsergebnisses hat.

Die Forscher testeten in einer Cafeteria vier Szenarien. Im ersten konnten Gäste und Köche einander nicht sehen. Im zweiten konnten die Gäste die Köche sehen, im dritten die Köche die Gäste, und im vierten war jeder für jeden sichtbar.

Die Forscher nutzten iPads und richteten zwischen dem Speiseraum und der Küche eine Videokonferenz ein. Es gab keinen Ton und keine Interaktion, aber die Leute auf beiden Seiten konnten sich sehen. Nun maßen die Forscher die Zubereitungszeit und ließen die Kunden Service und Essen bewerten.

Das Ergebnis: Die Zufriedenheit mit dem Essen stieg um 15 Prozent, wenn die Köche die Gäste sehen konnten! Selbst dann, wenn die Kunden keinen Blick auf die Köche hatten. In der umgekehrten Situation erhöhte sich die Zufriedenheit im Vergleich zur Ausgangslage, in der sich beide Gruppen nicht sehen konnten, nicht. Aber was noch bemerkenswerter war: Wenn sich Kunden und Köche gegenseitig sehen konnten, stieg die Zufriedenheit um 22,5 Prozent, und der Service war um 33 Prozent schneller. Mehr Transparenz zwischen Kunden und Anbietern scheint die Dienstleistungsqualität also deutlich zu verbessern.

Oder anders gesagt: Wenn die Köche die Bestimmung ihrer Arbeit sehen können, also das Warum ihres Tuns direkt vor Augen hatten, gelingt auch das Was und das Wie deutlich besser und die Freude an der Arbeit nimmt zu.

Sie wissen, WAS Sie tun.
Aber wissen Sie auch, WARUM Sie es tun?

Leider sind wir alle es gewöhnt, immer zuerst und automatisch nach dem Was und dem Wie zu fragen. Beobachten Sie sich mal selbst: Was ist zu tun? Wie können wir das umsetzen? Was sind die nächsten Schritten, Meilensteine, Teilziele? Zack, zack, dann die Ärmel hochgekrempelt und los an die Arbeit!

Viel zu selten halten wir inne und stellen die Frage, die zuerst kommen muss: Warum tun wir das? Darüber nachzudenken, ist extrem lohnend, denn davon haben nicht nur diejenigen etwas, die die Arbeit machen, sondern auch Ihre Kunden. Die Zufriedenheit aller Beteiligten steigt und die Ergebnisse werden besser.

Wenn Sie also in der Führungsrolle sind: Helfen Sie Ihren Mitarbeitern, eine Antwort auf die Warum-Frage zu finden! Ganz so, wie es unser Theaterregisseur mit uns gemacht hat.


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