Ich arbeite nur mit Kunden, die intelligenter sind als ich!

Stefan Sagmeister & Dr. Peter Kreuz

Ich arbeite nur mit Kunden, die intelligenter sind als ich!

„Ich arbeite nur mit Kunden, die intelligenter sind als ich“, sagt Stefan Sagmeister in einem Interview mit dem Art Magazin.

Zugegeben, die Aussage wirkt zunächst wie ein Affront. Doch mit „intelligenter“ meint der österreichische Stardesigner all die Kunden, die ihn herausfordern, indem sie ihm anspruchsvolle Aufgaben geben. Kunden wie das Guggenheim Museum, Time Warner, Lou Reed, die Talking Heads oder die Rolling Stones. Für kein Geld der Welt würde er Routinejobs machen. Und diese Konsequenz wird belohnt: Neben mehreren internationalen Designpreisen wie dem „Kölner Klopfer“ oder dem Lucky Strike Designer Award wurde er sogar sechsmal für den Grammy nominiert, der höchsten Auszeichnung im Musikbusiness. Zweimal hat er ihn für sein Albumdesign bekommen.

„Ich arbeite nur mit Kunden, die intelligenter sind als ich.“

Wir finden diese Aussage beeindruckend stark. Denn übersetzt bedeutet sie: Sagmeister sucht nicht nach den umsatzstärksten Kunden, sondern nach denen, die ihn persönlich, künstlerisch oder handwerklich weiterbringen. Die ihn wachsen lassen. Bezahlung gegen Leistung? Mag sein. Aber in erster Linie besteht die Gegenleistung von Sagmeisters Kunden in seinen Lerneffekten, das Geld folgt von allein.

Keine Frage, das ist extrem geradlinig. Was uns besonders beeindruckt, ist die Haltung hinter Sagmeisters Aussage: Die konsequente Suche nach EXZELLENZ in der Arbeit. Seine Bereitschaft, NEIN zu sagen zu all den tausend Dingen, die er tun könnte, die ihn aber von seinem eigentlichen Kurs abbringen würden. Und stattdessen auf die Dinge zu fokussieren, die für ihn wirklich zählen.

Denn eines ist klar: Stefan Sagmeister hätte gemäß der Nachfrage ein ganzes Design-Imperium aufbauen können. Stattdessen hatte er über Jahre hinweg nur zwei Mitarbeiter und einen Praktikanten. Seit ein paar Jahren führt er die Agentur zusammen mit der Designerin Jessica Walsh. Gemeinsam beschäftigen sie elf Mitarbeiter.

Wachsen?

Ja, schon. Aber vor allem nach innen!

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